Modul 5: Nachhaltig, digital, inklusiv! – Potenziale einer nachhaltigen Digitalisierung

Die Notwendigkeit einer nachhaltigen Digitalisierung sowie die erfolgreiche Umsetzung von Inklusion, stellt die Gesellschaft vor herausfordernde Aufgaben: Es ist wichtig, die Digitalisierung als Querschnittsthema zu begreifen, das nur als Gemeinschaftsaufgabe von Politik, Wirtschaft, Bildungswesen und Zivilgesellschaft bearbeitet werden kann. Es braucht demokratische Entwicklungsprozesse und international gültige Regelungen und Gesetze, damit sich die Potenziale einer nachhaltigen Digitalisierung entfalten können.

In den vorangegangenen Modulen wurde ein Einblick in die Vor- und Nachteile der Digitalisierung auf unterschiedlichen Ebenen gegeben. Die Gier nach Rohstoffen, steigender Energiebedarf und Menschenrechtsverletzungen zeigen die Negativfolgen der Digitalisierung auf. Gleichzeitig haben digitale Errungenschaften den Alltag vieler Menschen erleichtert, so beispielsweise digitale Assistenzsysteme. Zu einer barrierefreien Gestaltung ist es dennoch ein langer Weg, da Menschen mit Behinderung weiterhin systematisch von gesellschaftlichen Partizipationsprozessen ausgeschlossen werden. Aktivist*innen und Influencer*innen mit Behinderung nutzen digitale Medien für sich, um auf diese sozialen Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen und sich für eine inklusive Wende zu engagieren.

Nachhaltige Digitalisierung bedeutet, die Negativfolgen der Digitalisierung zu verhindern und die positiven Seiten der Digitalisierung besser für das Allgemeinwohl zu nutzen.

Diklusion als Potenzial einer nachhaltigen Digitalisierung

Das Konzept der Diklusion ist ein Schritt in diese Richtung. Der Begriff „Diklusion“ setzt sich aus den Begriffen „digital“ und „Inklusion“ zusammen und wurde von der Diklusions- Expertin Lea Schulz, ursprünglich als Hashtag (#DiKlusion) auf X (vorher Twitter), erstellt. Das Konzept der Diklusion hat zum Ziel, dass alle Menschen Zugang zu digitalen Technologien haben, unabhängig ihres kulturellen oder sozio-ökonomischen Hintergrundes, ihres Alters, Geschlechts und unabhängig davon, ob sie eine Behinderung haben oder nicht. Denn nur, wer Zugang zu digitalen Technologien hat und diese nutzen kann, hat die Möglichkeit, an einer Gesellschaft selbstbestimmt und gleichberechtigt teilnehmen zu können und diese nachhaltig zu gestalten.

In diesem Zusammenhang beinhaltet ein digitaler und inklusiver Klassenraum sowie ein diklusiver Unterricht nicht nur die Nutzung digitaler Medien, um die Teilhabe aller Schüler*innen zu fördern, sondern dient einer Lehrkraft auch in der Unterrichtsvor- und –nachbereitung. Eine digital-inklusive Unterrichtsplanung kann die Qualität des Unterrichts unterstützen, da die verschiedenen Voraussetzungen der Schüler*innen besser berücksichtigt werden können und so ein gleichberechtigtes Lernsetting geschaffen wird.

Sowohl der Pakt für Inklusion 2021, ein Zusammenschluss von Verbänden der Pädagogik bei Behinderungen und Benachteiligung sowie organisierten Selbstvertretungen von Menschen mit Behinderung, als auch die UNESCO Kommission haben sich für das Potenzial der Digitalisierung im Zusammenhang mit inklusiver Bildung ausgesprochen und fordern, dass es mehr Eingang in die Praxis findet. Das 5. Modul stellt eine Verknüpfung zwischen den Themenbereichen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Inklusion her. Die Schüler*innen verstehen, dass die Digitalisierung erhebliche Chance für das Leben und die Partizipation von Menschen mit Behinderung und ohne Behinderung sowie für Menschen mit unterschiedlichen Lerntempo bietet. Sie gehen der Frage nach, wie Digitalisierung nachhaltig und inklusiv gestaltet werden kann und welche Potenziale einer nachhaltigen Digitalisierung bereits genutzt werden.

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