Die Digitalisierung ist ein selbstverständlicher Teil des Lebens und vereinfacht den Lebensalltag. Anstatt einen Brief zu schreiben, wird schnell eine Mail getippt und über den Senden-Button kostenlos verschickt. Die Mail kommt in Sekundenschnelle am Ziel an. Dafür brauche ich nicht viel, kein Papier, keinen Stift und keinen Umschlag oder eine Briefmarke. Der Brief würde innerhalb Deutschlands in 1-3 Tagen am Ziel ankommen, und geht mit verschiedenen Transportmitteln, wie beispielsweise einem Lieferwagen, der lange Strecken fährt und dabei CO2 ausstößt, auf Reisen. Eine Mail zu schreiben, erscheint mit weniger Aufwand verbunden und ressourcenschonender zu sein. Bedeutet digital daher gleich klimaneutral? Dieser Frage gehen die Schüler*innen in Modul 3 nach.

Auf dem Weg zur Schule im Bus noch eine Runde Candy-Crush, die Lieblingsplaylist über einen Streaming-Dienst hören oder in die Whats-App Gruppe schreiben. Dann am Abend zu Hause noch kurz online-shoppen, mit Freund*innen am PC zocken oder eine Serie streamen. Digitale Angebote, wie Apps und Streaming-Dienste für Musik und Videos sind immer verfügbar. Für die Produktion der digitalen Geräte, die Nutzung, aber auch für die Speicherung der Daten wird Strom benötigt. Durch die ständige Nutzung steigt der Stromverbrauch und damit auch der Verbrauch an Ressourcen für die Produktion der Energie.

Der Energieverbrauch und seine Folgen

Der Anteil des Stromverbrauchs für die sogenannten Informations- und Kommunikationstechnologien (kurz: IKT) liegt bei 10% weltweit und kann nach Schätzungen in weniger als 10 Jahren auf 30-50% ansteigen. Vor allem junge Menschen zwischen 14 bis 29 Jahren nutzen überwiegend Streaming-Dienste für Filme, Serien und Musik. Allein 80% der weltweiten digitalen Daten gehören zu Streaming von Musik und Videos. Die Daten werden in riesigen Serverparks und Rechenzentren gespeichert. Das größte Rechenzentrum der Welt, der Inner Mongolia Information Park, hat eine Größe von 143 Fußballfeldern und befindet sich in China. In Deutschland befindet sich das größte Rechenzentrum in Frankfurt am Main. Das Frankfurt Data Center 1 ist so groß wie 8,5 Fußballfelder. 2020 lag der Stromverbrauch von den rund 3000 größeren Rechenzentren in Deutschland bei 16 Milliarden Kilowattstunden. Dies entspricht dem Jahresstromverbrauch von 246.153 Personen in Deutschland (zum Vergleich: die Zahl der Einwohner*innen in Kiel lag 2022 bei 247.717 Personen). Zu den größeren Rechenzentren kommen noch rund 47.000 kleinere IT-Installationen. Weltweit wurden im Jahr 2022 rund 85,6 Millionen Server gezählt.

Verbraucht wird Strom beispielsweise für den Server selbst, die Speicherung und die Kühlung. Der Stromverbrauch entspricht einem CO2-Ausstoß von 6,1 Millionen Tonnen. Das ist der CO2-Ausstoß von 544.642 Personen in Deutschland in einem Jahr (zum Vergleich: die Zahl der Einwohner*innen in Hannover lag 2022 bei 545.045 Personen).

Die Auswirkungen des hohen Energieverbrauchs und die klimaschädlichen Folgen spüren oftmals die Menschen in Ländern des Globalen Südens. Die Nutzung der Digitalisierung geht daher oftmals auf Kosten anderer.

Die Digitalisierung kann einen Beitrag dazu leisten, Ressourcen zu schonen und zu sparen, gleichzeitig trägt die Digitalisierung zu einem enormen Energieverbrauch bei. In Modul 3 beschäftigen sich die Schüler*innen mit dem Energieverbrauch der Digitalisierung weltweit und seinen Folgen für Mensch und Natur.

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