Digitale Technologien und das Internet beeinflussen nicht nur den Alltag der Schüler*innen, sondern auch die Wirtschaft, die Arbeitswelt und das soziale und kulturelle Leben. Dadurch verändert sich die Art und Weise, wie wir uns informieren, einkaufen und miteinander kommunizieren. Gleichzeitig sind die gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen der Digitalisierung in den Ländern des Globalen Nordens und Südens sehr unterschiedlich und komplex. Die Gestaltungsmacht und -möglichkeiten sind sehr ungleich verteilt.

Es sind Akteur*innen aus dem Globalen Norden, meistens aus Europa und Nordamerika, die am meisten Macht haben. Große Unternehmen wie Google, Amazon und Facebook dominieren die digitale Wirtschaft und haben nicht nur Einfluss darauf, wie in ihren eigenen Produktionshallen oder Büros und denen ihrer Zulieferer gewirtschaftet wird, sondern auch, wie die politischen Rahmenbedingungen dafür aussehen. Unter den Suchmaschinen hält zum Beispiel Google einen Marktanteil von knapp 90 Prozent, Facebook dominiert mit 65 Prozent den Bereich der sozialen Netzwerke, und fast 50 Prozent des deutschen E-Commerce-Umsatzes (Online-Handel) gingen 2018 auf Amazon zurück. Von dieser Macht profitieren die großen Unternehmen nicht nur finanziell. Es besteht die Gefahr, dass sich die bestehenden Ungleichheiten zwischen dem Globalen Norden und Globalen Süden vergrößern und die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinandergeht. Das liegt daran, dass digitale Unternehmen, beispielsweise auf dem afrikanischen Kontinent, von Geldgebenden aus dem Ausland finanziert werden und die Gewinne der Unternehmen nicht an die Menschen vor Ort gehen, sondern beispielsweise in den Globalen Norden fließen. Das wird digitale Ausbeutung genannt.

Gleichzeitig gibt es Beispiele für digitale Entwicklung in Ländern des Globalen Südens, von denen der Globale Norden lernen kann. So war Ghana das erste Land, in dem eine Drohne, über eine App gesteuert, lebensrettende Medikamente in ländliche Gebiete geliefert hat. Oder eine Schülerin aus Tansania, die eine Hilfe-App für junge Mädchen und Frauen entwickelt hat, die im Bus belästigt werden und Beschwerden direkt an die Polizei weiterleitet.

Daher ist wichtig, dass Rahmenbedingungen für eine gemeinwohlorientierte Digitalisierung zum Wohle aller Menschen geschaffen werden. Ein barrierearmer Zugang im digitalen Netz für Menschen mit Behinderung ist dabei unabdingbar und unverzichtbar.

Die Digitalisierung eröffnet für viele Menschen weltweit neue Möglichkeiten sich zu engagieren, gleichzeitig haben nicht alle Menschen Zugang zu technischen Geräten, Internet und es fehlt das Wissen, wie sie die digitale Welt für sich nutzen können. In Modul 2 beschäftigten sich die Schüler*innen mit der Frage danach, wer von der Digitalisierung profitiert und wer zurückbleibt.

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