Die Menschheit lebt in einem digitalen Zeitalter. Digitalisierung ist auf der ganzen Welt zu finden. Aber was bedeutet eigentlich digital und Digitalisierung?

Einfach erklärt bedeutet Digitalisierung, dass Dinge elektronisch gespeichert werden und dann als Datei vorhanden sind. Ein Buch in einem Buchregal, Musik auf einer alten Schallplatte oder CD (Compact Disk) kann als eine Datei abgespeichert werden. Das digitalisierte Buch kann dann beispielsweise auf einem Tablet gelesen und die Musikdatei auf dem Smartphone abgespielt werden. Das Gute daran ist, es spart Platz. Es ist möglich mehr als ein Buch oder ein Musikalbum auf einem Tablet oder Smartphone abzuspeichern. Auch können das Tablet und Smartphone überall mit hingenommen werden. Es ist immer verfügbar, ohne dass auf das Buch und das Musikalbum verzichtet werden muss.

Digitalisierung beschreibt aber nicht nur wie Dinge abgespeichert werden, sondern wie der Einsatz dieser Technologie unseren Alltag verändert – wie die Welt digital wird - und zu einem gesellschaftlichen Wandel weltweit beiträgt. Mit Digitalisierung ist also nicht nur eine technische, sondern auch eine gesellschaftliche Entwicklung gemeint.

Wie die Welt digital wurde

Ein Smartphone wiegt im Durchschnitt 130 bis 200 Gramm. Bis zu dem kleinen Computer im Taschenformat war es ein langer Weg. Dieser begann mit dem ersten Abakus, einer Rechenhilfsmaschine, erfunden zwischen 2700 und 2300 v. Chr. Auch in der Maya Kultur, die von etwa 2000 vor Chr. bis etwa 1600 n. Chr. in Süd- und Südost-Mexiko lebte, gab es eine Zahlenschrift zur Berechnung, dargestellt mit Punkten und Strichen.

Mit der Industrialisierung in Europa im 18. Jahrhundert und dem Bau von Maschinen, angetrieben durch Wasser und Dampf, nahm die Digitalisierung rasant an Fahrt auf. In Europa entwickelten Mitte des 17. Jahrhunderts zwei Gelehrte, der Deutsche Wilhelm Schickard (1623) und der Franzose Blaise Pascal (1641), unabhängig voneinander erste mechanische Rechenmaschinen.
Der 1805 erfundene Jacquard Webstuhl, war der erste mechanische Webstuhl, der sich per Lochkarte programmieren ließ. Ein wichtiger Grundstein der Digitalisierung. 1822 entwickelt der Brite Charles Babbage einen mechanischen Rechenautomaten namens „Analytical Engine“, eine Maschine, bei der die einzelnen Rechenoperationen durch Lochkarten gesteuert werden. Die britische Wissenschaftlerin Ada Lovelace erkannte, dass diese Maschine nicht nur rechnen oder mathematische Probleme lösen konnte, sondern grundsätzlich jede Information verarbeiten konnte, sofern sich diese mathematisch übersetzen ließ. Ada Lovelace gilt als Mitgründerin der Informatik und Vorreiterin der Digitalisierung.
Neu erfundene Maschinen ersetzten immer mehr die menschliche Arbeitskraft.
Als Ende des 19. Jahrhunderts die Elektrizität erfunden wird und 1861 das erste Telefon, veränderte das die Arbeitswelt. Es entstanden neue Berufe und Branchen, das Kommunikationsverhalten änderte sich.
Der erste funktionstüchtige und vollautomatische Computer der Welt, der Z3, wurde von dem deutschen Bauingenieur Konrad Zuse entwickelt und 1941 vorgestellt. Der erste Computer der Welt war so groß wie eine Wandschrank und 1 Tonne schwer.
Ende des 20. Jahrhundert werden die ersten Computer eingesetzt, um Maschinen zu steuern.
Mit dem 21. Jahrhundert werden eigentlich von Menschen gesteuerte Maschinen von Computern gesteuert und analoge Techniken so digitalisiert. Im Jahr 2002 waren Informationen mehr digital als analog abgespeichert. Damit begann das digitale Zeitalter.

Junge Frau checkt ihr Smartphone.

Junge Frau checkt ihr Smartphone.


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Was sind die Chancen und Herausforderungen des digitalen Zeitalters?

Digitalisierung kann zu sozialer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit beitragen. Menschen rund um den Globus können sich über soziale Medien miteinander verbinden und sich gegenseitig helfen. Wissen weltweit kann geteilt werden.

Doch leider haben nicht alle Menschen einen Zugang zum Internet oder zu Tablets oder anderen digitalen Geräten. An neuen technologischen Erfindungen gewinnen nur Wenige.

Digitale Geräte benötigen zur Produktion Rohstoffe. Der Abbau von Rohstoffen, vor allem im Globalen Süden führt zu Umweltzerstörung. Die Produktion der digitalen Endgeräte erfolgt oftmals unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen. Weil Menschen von technischen Geräten abgelöst werden, gehen Arbeitsplätze verloren.

Um Daten in großen Mengen zu speichern, hochzuladen, runterzuladen und zu streamen braucht es einen großen Energieverbrauch.

Die Digitalisierung als menschliche Errungenschaft ist sehr vielseitig, hat Vor- und Nachteile und berührt verschiedene Bereiche gesellschaftlichen Lebens. Welche Rolle spielt die Digitalisierung im Alltag der Schüler*innen und was verstehen sie alles unter Digitalisierung? In diesem ersten Modul gehen die Schüler*innen zum Einstieg diesen Fragen nach und beschäftigen sich mit der Bedeutung der Digitalisierung in ihrem eigenen Alltag und Lebensumfeld.

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