3. Inklusive Bildung für nachhaltige Entwicklung

Verschiedene Klimaschutzbewegungen rücken Nachhaltige Entwicklung immer stärker ins Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung. Bildung für nachhaltige Entwicklung macht auch vor den Schulen nicht Halt und macht einen immer größer werdenden Teil des pädagogisch-didaktischen Diskurses aus. Denn Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein wichtiges Instrument, um die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) umzusetzen: „Um auf eine nachhaltige Zukunft umzusteuern, müssen wir überdenken, was, wo und wie wir lernen, um das Wissen, die Fähigkeiten, die Werte und die Einstellungen zu entwickeln, die uns alle in die Lage versetzen, fundierte Entscheidungen zu treffen und in dringlichen Fragen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene individuell und kollektiv zu handeln.“, heißt es in der aktuellen Roadmap #BNE2030. Sie ist das globale Rahmenprogramm der UNESCO, um BNE von 2020 bis 2030 umzusetzen. In einer Bildung für nachhaltige Entwicklung werden die Lernenden befähigt, nicht-nachhaltige und nachhaltige Entwicklungen voneinander zu unterscheiden und sich für die nachhaltigen Handlungsoptionen zu entscheiden. Mit vielfältigen Lehr- und Lernmethoden sollen globale Zusammenhänge mit Alltagssituationen verknüpft werden, wodurch die Lernenden ins Zentrum rücken und Fähigkeiten erwerben, aktiv und eigenverantwortlich die Zukunft mitzugestalten und die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu reflektieren. Um Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln, mit denen Schüler*innen aktiv ein gelingendes Leben für sich und andere gestalten können, ist es unter anderem notwendig, komplexe Zusammenhänge zu begreifen, mit unsicherem Wissen umzugehen und eine Handlungsfähigkeit zu erlangen, die es ihnen erlaubt, Entscheidungen zu treffen und Prozesse mitzugestalten.

Die inhaltliche Ausrichtung von Bildung für nachhaltige Entwicklung basiert auf der Agenda 2030. Diese wurde 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet und beinhaltet die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs). Mit den SDGs soll bis 2030 ein Wandel zu einer nachhaltigen Entwicklung vollzogen werden. Die SDGs beziehen sich dabei auf die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Soziales, Ökonomie und Ökologie.

Damit alle Menschen von Grund auf an gesellschaftlichen und globalen Prozessen gleichberechtigt teilnehmen und zur nachhaltigen Entwicklung unserer Einen Welt beitragen können, muss BNE somit inklusiv gestaltet werden. Denn oberstes Ziel von Inklusion ist, die Teilhabe aller Menschen zu ermöglichen. Sie ist ein Entwicklungsprozess, mit dem die Gesellschaft der Diversität ihrer Mitglieder Rechnung trägt und sich anpasst, ohne bestimmte Gruppen von Menschen vom Rest der Gesellschaft zu trennen. Hierfür müssen sowohl der strukturelle als auch der rechtliche Rahmen geschaffen werden, um bestehende Barrieren abzubauen und zukünftige zu vermeiden. Unabhängig von Alter, sexueller Orientierung und Identität, Religion, Geschlecht, Behinderung, Hautfarbe und kultureller und sozialer Herkunft haben alle Menschen das Recht auf gleichberechtigten Zugang und Teilhabe an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Um diesem Anspruch im Bildungsbereich gerecht zu werden, ist das Recht auf eine inklusive Bildung in Artikel 24 der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung (UN-BRK) festgeschrieben. Aktuell haben 188 Länder die UN-BRK ratifiziert und damit ihre Regierungen verpflichtet, die Rechte von Menschen mit Behinderung in allen gesellschaftlichen Bereichen umzusetzen. Mit dem Ziel 4 „Hochwertige Bildung: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern“ der Agenda 2030 setzen die Staaten einen starken Akzent auf eine inklusive und gleichberechtigte Teilhabe. Im schulischen Kontext wird Inklusion unter anderem durch den Einsatz differenzierter und vielfältiger Lernmaterialien unterstützt, um das Prinzip des Gemeinsamen Lernens zu stärken. Zielführend für inklusive Bildungsangebote ist eine Didaktik und Methodik, welche die verschiedenen Fertigkeiten und Fähigkeiten aller Schüler*innen berücksichtigt. Eine inklusive Didaktik lebt davon, alle Lernenden in ihrer Individualität zu berücksichtigen und dieser durch eine adaptive Unterrichtsgestaltung gerecht zu werden. Notwendige Voraussetzung und zugleich Gestaltungsprinzip ist dabei die Kooperation zwischen den Schüler*innen genauso wie zwischen den Lehrkräften sowie zwischen Lernenden und Lehrenden.

Weiterführende Literatur:

Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen (2018): Die UN-Behindertenrechtskonvention: Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Online unter: https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/Redaktion/PDF/DB_Menschenrechtsschutz/CRPD/CRPD_Konvention_und_Fakultativprotokoll.pdf

UNESCO (2021): Bildung für nachhaltige Entwicklung. Eine Roadmap. Online unter: https://www.unesco.de/sites/default/files/2022-02/DUK_BNE_ESD_Roadmap_DE_barrierefrei_web-final-barrierefrei.pd

Vereinte Nationen (2023): Ziele für nachhaltige Entwicklung. Online unter: https://unric.org/de/17ziele/

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