1. Einführung

Smartphones, Laptops, Tablets oder Wearables – digitale Geräte sind aus dem Alltag der meisten Menschen nicht mehr wegzudenken. Mit unterschiedlichen Funktionen wie Kalendern, Mailprogrammen, Kontaktlisten und Online-Banking helfen sie uns dabei unseren Arbeitsalltag zu koordinieren und zu organisieren. Doch auch in der Freizeit spielen sie eine wichtige Rolle, wenn wir nach der Arbeit oder Schule entspannt die neuste Serie streamen oder in die Welt des gerade angesagten Videospiels abtauchen. Ganz zu schweigen von Online-Shopping oder den vielfältigen Apps und Programmen zum Austausch mit Familie und Freund*innen oder der Social Media-Community – vor allem auch durch mobile Endgeräte und das Internet können wir uns mit Menschen aus der ganzen Welt austauschen und in Verbindung stehen. Doch nicht nur die Vernetzung mit anderen Personen findet global statt, auch die Herstellung, der Vertrieb und die Entsorgung der digitalen Geräte stellen eine globale Produktionskette dar. Unserem Smartphone sehen wir vielleicht nicht an, dass es unter anderem Lithium aus Chile und Kupfer aus der Demokratischen Republik Kongo enthält – beides Rohstoffe, die zumeist von Arbeiter*innen unter menschenunwürdigen Bedingungen unter Einsatz ihrer Gesundheit für einen Hungerlohn gefördert werden. Auch sehen wir nicht die Menschen in Ländern des Globalen Südens, die das Smartphone in monotoner Arbeit am Fließband mit unbezahlten Überstunden produziert haben – die Regel und nicht die Ausnahme in der Smartphone-Produktion. Auch die Entsorgung jedes Smartphones ist eine globale Herausforderung. Während wir uns bereits am neuen Gerät erfreuen, schenken wir unserem alten Smartphone wenig Beachtung. Wenn es nicht in einer Schublade verschwindet, wo die wertvollen Ressourcen keinen weiteren Nutzen finden, landet es auf einer Elektromülldeponie in Ghana. Dort wird es von Menschen ohne Gesundheitsschutz zerlegt, um die teilweise seltenen Rohstoffe für andere Produkte zu verwenden.

Diesen, teilweise kritischen Lebensweg eines digitalen Produkts sowie die Folgen für Mensch und Umwelt lernen die Schüler*innen in diesem Material kennen. Sie erfahren wofür wir Geräte überhaupt nutzen und wie viel CO2 wir beim digitalen Konsum ausstoßen. Sie gehen auch der Frage nach, ob eigentlich alle Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu digitalen Geräten und digitalem Konsum haben. Eine zentrale Rolle spielt auch das Thema Inklusion. Neben bekannten Inkluencer*innen (Influencer*innen, die sich beispielsweise in Sozialen Medien für Inklusion stark machen) lernen die Schüler*innen Vor- und Nachteile der Digitalisierung für Menschen mit Beeinträchtigung kennen.

Dieses Bildungsmaterial orientiert sich inhaltlich und methodisch an dem Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Neben dem alltagsnahen Thema der Digitalisierung werden den Schüler*innen anhand der Kompetenzen des Erkennens, Bewertens und Handelns nachhaltige und nicht-nachhaltige Handlungsoptionen aufgezeigt.

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